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Sechs Wochen Sommerpause – und die jungen Schwimmer wurden nicht automatisch schlechter

Eine kleine Studie zeigt, wie stark biologisches Wachstum die Interpretation von Trainingspausen im Nachwuchs verändern kann.

Sechs Wochen kein strukturiertes Schwimmtraining klingt für viele Trainer nach einem sicheren Leistungsabfall. Eine aktuelle Studie mit zwölf jungen männlichen Wettkampfschwimmern zeigt, dass diese Rechnung im Nachwuchs nicht so einfach funktioniert.

Die Athleten wurden nach biologischem Reifegrad in Gruppen vor beziehungsweise rund um den Wachstumsschub eingeteilt. Vor und nach einer sechswöchigen Sommerpause wurden Schulterkraft, 25-Meter-Leistung und kinematische Größen untersucht.

Wachstum läuft auch in der Pause weiter

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Überraschend blieben Leistung und wesentliche Schwimmparameter stabil oder verbesserten sich leicht. Gleichzeitig wuchsen die Athleten natürlich weiter.

Unterschiede zeigten sich eher darin, wie die biologischen Entwicklungsgruppen auf die Pause reagierten. Bei weniger reifen Schwimmern traten beispielsweise stärkere muskuläre Ungleichgewichte an der Schulter auf.

Detraining ist bei Kindern schwer zu isolieren

Bei Erwachsenen kann eine Trainingspause relativ klar gegen einen stabilen Körperzustand betrachtet werden. Im Nachwuchs verändern sich Körpergröße, Armlänge, Muskelmasse und Hebelverhältnisse aber gleichzeitig.

Wenn ein 13-Jähriger nach sechs Wochen schneller schwimmt, muss das deshalb nicht bedeuten, dass Pausen leistungssteigernd sind. Umgekehrt bedeutet ein schwächerer Test nicht automatisch schlechtes Training.

Der Reifegrad gehört in die Trainingsanalyse

Mit nur zwölf Teilnehmern ist die Studie klein. Für die Praxis liefert sie trotzdem eine wichtige Perspektive.

Nach längeren Pausen sollte bei jungen Schwimmern nicht nur die Stoppuhr betrachtet werden. Körperwachstum, Schulterbalance, Technik und Reifegrad helfen zu verstehen, was sich tatsächlich verändert hat. Nachwuchstraining wird dadurch weniger hektisch – und wesentlich individueller.

Pause kann auch Entwicklung ermöglichen

Das Ergebnis ist kein Argument für lange Trainingsunterbrechungen. Es zeigt aber, dass Erholung und Wachstum im Nachwuchs nicht automatisch Gegner der Leistung sind. Eine gut geplante Pause kann psychisch und körperlich wertvoll sein, solange der Wiedereinstieg kontrolliert erfolgt und individuelle Auffälligkeiten beobachtet werden.

FACHLICHE QUELLE
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42127379/