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Responder und Non-Responder: Warum dasselbe Krafttraining nicht bei jedem wirkt

27 Schwimmer absolvierten sechs Wochen Maximalkraft-, plyometrisches oder normales Training. Die individuellen Reaktionen waren deutlich unterschiedlicher als ein Gruppenmittel vermuten lässt.

Trainingspläne tun oft so, als würden alle Athleten auf denselben Reiz gleich reagieren. Eine aktuelle Studie mit 27 Universitätsschwimmern stellt genau diese Vorstellung infrage.

Die Teilnehmer wurden sechs Wochen lang auf drei Gruppen verteilt: Maximalkrafttraining, plyometrisches Training oder Kontrolltraining. Gemessen wurde, wie stark sich Explosivkraft von Ober- und Unterkörper veränderte.

Der Durchschnitt versteckt den Athleten

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Die Forscher interessierten sich nicht nur für Gruppenmittelwerte, sondern für sogenannte Responder-Signaturen. Ein Athlet kann beispielsweise beim Unterkörper stark profitieren und beim Oberkörper kaum reagieren – während es beim nächsten genau umgekehrt ist.

Das ist für Schwimmer besonders relevant. Start und Wende verlangen hohe Beinkraft, während der Vortrieb im Wasser stark vom Oberkörper abhängt. Ein einziges Dryland-Programm muss deshalb nicht für beide Bereiche dieselbe Wirkung erzeugen.

Training braucht Rückmeldung

In der Praxis spricht das für kurze Testbatterien vor und nach einem Trainingsblock. Sprunghöhe, Medizinballwurf, relevante Kraftübungen oder schwimmspezifische Sprinttests können zeigen, ob die gewünschte Anpassung tatsächlich stattfindet.

Wer nach sechs Wochen keine Veränderung sieht, sollte nicht automatisch „mehr vom Gleichen“ machen. Vielleicht passt der Reiz nicht zum Athleten, vielleicht war die Dosierung falsch oder die zusätzliche Belastung wurde durch das Wassertraining überlagert.

Individualisierung bedeutet nicht Chaos

Die Studie ist mit neun Athleten pro Gruppe klein. Sie kann keine endgültige Antwort liefern, welches Krafttraining „besser“ ist.

Ihr Wert liegt an anderer Stelle: Sie verschiebt den Blick vom Programm auf die Reaktion. Ein guter Plan ist nicht jener, der theoretisch perfekt aussieht, sondern jener, auf den der konkrete Schwimmer in der gewünschten Richtung reagiert.

Ein Block braucht ein vorher definiertes Ziel

Vor Beginn sollte feststehen, welche Fähigkeit steigen soll: Sprungleistung, Oberkörperpower, Startzeit oder etwas anderes. Sonst wird im Nachhinein leicht irgendein positiver Wert als Erfolg interpretiert. Klare Zielgrößen machen Individualisierung objektiver und verhindern Trainingswechsel aus bloßem Bauchgefühl.

FACHLICHE QUELLE
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41859738/