Herzfrequenz im Wasser zuverlässig zu messen, war lange umständlicher als beim Laufen oder Radfahren. Optische Sensoren am Handgelenk haben unter Wasser zusätzliche Schwierigkeiten.
Eine Studie aus 2026 untersuchte deshalb eine Smart-Swim-Brille, deren optischer Sensor an der Schläfe sitzt.
25 Schwimmer, zwei Systeme gleichzeitig
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25 erfahrene Freizeitschwimmer absolvierten ein vorgegebenes Training und trugen gleichzeitig die Brille sowie einen Garmin HRM-Swim als Referenz.
Bei der mittleren Herzfrequenz lag der mittlere absolute prozentuale Fehler bei ungefähr einem Prozent. Besonders auf Intervall-, Hauptserien- und Gesamttrainingsebene war die Übereinstimmung hoch.
Der Messort ist clever
Die Schläfe bietet einen anderen Kontakt als das Handgelenk. Gleichzeitig kann die Herzfrequenz direkt im Sichtfeld angezeigt werden, ohne dass der Schwimmer auf eine Uhr schauen muss.
Damit entsteht eine interessante Verbindung aus Sensorik und Echtzeitfeedback.
Genau heißt nicht automatisch sinnvoll
Die Studie wurde mit erfahrenen Freizeitschwimmern durchgeführt und teilweise von Personen mit Verbindung zum Hersteller mitgetragen. Solche Faktoren gehören bei der Interpretation dazu.
Außerdem stellt sich die Trainingsfrage: Muss ein Schwimmer seine Herzfrequenz während jeder Serie live sehen? Bei manchen Einheiten kann Feedback helfen, bei anderen könnte es vom Tempo- und Körpergefühl ablenken.
Die Forschung zeigt jedenfalls, dass der Messweg technisch ernstzunehmend ist. Der nächste Schritt ist weniger eine Sensorfrage als eine Trainingsfrage: Wann verbessert Echtzeitinformation tatsächlich die Steuerung?
Validierung sollte vor Marketing kommen
Wearables entwickeln sich schneller als unabhängige Forschung. Dass ein Hersteller eine Herzfrequenz anzeigt, sagt noch nichts über deren Genauigkeit. Solche Vergleichsstudien mit Referenzsystemen sind deshalb wichtig, bevor Daten in Trainingsentscheidungen oder Belastungsmodelle einfließen.
FACHLICHE QUELLE
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41493142/