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10 Finalisten statt 8 – World Aquatics testet ein neues Format

Acht Bahnen und acht Finalisten gehören seit Jahrzehnten zum Schwimmsport. Bei der Kurzbahn-WM 2026 in Beijing wird dieses Prinzip aufgebrochen: World Aquatics testet Finals und Halbfinals mit zehn Schwimmern.

Acht Bahnen.

Acht Finalisten.

Für Generationen von Schwimmern gehörte diese Kombination so selbstverständlich zum Wettkampfsport wie Startblock, Leine und Anschlagmatte.

Ende 2026 könnte sich daran etwas ändern.

Zehn statt acht

World Aquatics wird bei den Swimming Championships auf der 25-Meter-Bahn in Beijing ein neues Wettkampfformat testen.

Bei Einzelbewerben bis einschließlich 400 Meter sollen Halbfinals und Finals mit zehn statt bisher acht Schwimmerinnen beziehungsweise Schwimmern ausgetragen werden.

Relays und längere Strecken bleiben weiterhin beim klassischen Acht-Bahn-System.

Die Kurzbahn-Weltmeisterschaft findet vom 1. bis 6. Dezember 2026 im Beijing National Aquatics Centre – dem berühmten Water Cube – statt.

Plötzlich ist Platz neun ein Finalplatz

Sportlich verändert die zusätzliche Bahn mehr, als man auf den ersten Blick vermuten könnte.

Bisher bedeutet Rang neun nach einem Halbfinale:

Der Wettkampf ist vorbei.

Im neuen System bedeutet Rang neun:

WM-Finale.

Damit verändert sich auch die Bedeutung der äußeren Bahnen.

Zwei zusätzliche Athleten erhalten die Möglichkeit, im direkten Finale gegen die Weltspitze anzutreten.

Über eine komplette Weltmeisterschaft hinweg entstehen dadurch zahlreiche zusätzliche Finalplätze.

Warum World Aquatics experimentiert

Das Zehn-Bahn-System ist Teil eines größeren Versuchs.

World Aquatics möchte mehr Athleten und mehr Nationen Möglichkeiten geben, bei internationalen Großveranstaltungen in entscheidenden Wettkampfphasen vertreten zu sein.

Zusätzlich wird rund um den Swimming World Cup 2026 ein neues Wildcard-System getestet.

Athleten können sich über die sogenannte Silk Road Tour zusätzliche Möglichkeiten zur Qualifikation für Beijing erarbeiten.

Verändert das auch das Rennen?

Besonders interessant wird sein, ob sich das Rennverhalten verändert.

Schwimmer in den äußeren Bahnen haben ihre direkte Konkurrenz schlechter im Blick.

Auf Sprintstrecken können sie dadurch ein Rennen stärker nach ihrem eigenen Rhythmus gestalten.

Gleichzeitig wird das Feld breiter.

Bei zehn Athleten steigt die Wahrscheinlichkeit, dass unterschiedlichste Rennstrategien gleichzeitig sichtbar werden.

Ob daraus tatsächlich spannendere Finals entstehen, wird Beijing zeigen.

Eine alte Gewissheit wird zum Experiment

Schwimmen gehört zu den Sportarten, bei denen grundlegende Wettkampfformate über Jahrzehnte erstaunlich stabil geblieben sind.

Genau deshalb wirkt eine scheinbar kleine Änderung plötzlich bemerkenswert.

Nicht die Schwimmer werden schneller.

Nicht das Becken wird kürzer.

Es stehen einfach zwei Menschen mehr am Start.

Und vielleicht verändert genau das ein WM-Finale stärker, als man zunächst erwarten würde.

Weiterführende Informationen

World Aquatics – Ankündigung des Zehn-Bahn-Versuchs:
https://www.worldaquatics.com/news/4511315/world-aquatics-to-trial-new-concepts-and-add-opportunities-for-athletes

Kurzbahn-WM Beijing 2026:
https://www.worldaquatics.com/competitions/5052/world-aquatics-swimming-championships-25m-2026