In einer aktuellen Untersuchung wurde der Beginn einer morgendlichen Schwimmeinheit von 7:00 Uhr auf 9:00 Uhr verschoben. Das Ergebnis: Die Athleten schliefen durchschnittlich etwa eine Stunde länger.
Interessanterweise führte die zusätzliche Schlafdauer nicht automatisch zu einer unmittelbar besseren sportlichen Leistung. Langfristig bleibt ausreichender Schlaf dennoch ein zentraler Bestandteil von Regeneration und Belastungsverträglichkeit.
Trainingsplanung weiter denken
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Für Vereine und Leistungszentren stellt sich deshalb eine wichtige Frage: Sollte Trainingsplanung ausschließlich nach verfügbaren Wasserzeiten erfolgen – oder stärker nach den biologischen Bedürfnissen der Athleten?
Gerade bei Nachwuchs- und Leistungsschwimmern mit Schule, Studium oder Beruf kann die Antwort langfristig entscheidend sein.
Schwimmen hat ein strukturelles Schlafproblem
Frühe Wasserzeiten haben im Schwimmsport Tradition. Viele Vereine nutzen die Stunden vor Schule, Studium oder Beruf, weil Becken später am Tag durch öffentliche Nutzung oder andere Gruppen belegt sind. Für Athleten bedeutet das jedoch häufig Aufstehen zu einer Zeit, zu der der Körper noch Schlaf benötigen würde.
Das Problem wird besonders deutlich, wenn spätes Abendtraining und sehr frühes Morgentraining kombiniert werden. Zwischen Heimfahrt, Essen, Abschalten und dem nächsten Wecker bleibt dann oft nur ein kleines Zeitfenster für tatsächlichen Schlaf.
Eine einzelne frühe Einheit ist dabei nicht das Hauptproblem. Kritisch kann die dauerhafte Wiederholung über Wochen und Monate werden.
Nicht jede Einheit muss maximal früh sein
Die neue Untersuchung liefert deshalb einen wichtigen Denkanstoß für die Trainingsorganisation. Wenn ein späterer Beginn deutlich mehr Schlaf ermöglicht, sollten Trainer zumindest prüfen, welche Einheiten wirklich zwingend früh stattfinden müssen.
Möglicherweise lässt sich eine intensive Einheit später legen, während eine technisch lockere Einheit am Morgen bleibt. Auch schulfreie Tage, Wochenenden oder Trainingslager bieten Spielraum, um Schlafdefizite nicht weiter zu vergrößern.
Für Nachwuchsschwimmer ist die Abstimmung mit Schule und Eltern besonders wichtig. Leistungsentwicklung entsteht nicht nur durch zusätzliche Trainingsstunden. Ein Trainingsplan ist erst dann gut, wenn der Athlet ihn auch dauerhaft verkraften kann.
FACHLICHE QUELLE
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42518003/