← Wissen

Delfinkick unter Wasser: Was bessere Schwimmer anders koordinieren

Eine neue biomechanische Untersuchung vergleicht die Gelenkbewegungen und die segmentale Koordination beim Unterwasser-Delfinkick zwischen unterschiedlichen Leistungsniveaus.

Die Unterwasserphase ist längst zu einer eigenen Disziplin innerhalb des Schwimmens geworden. Nach Start und Wende entscheidet nicht nur die Kraft des Delfinkicks, sondern vor allem, wie eine Bewegung vom Oberkörper über Hüfte, Knie und Fuß weitergegeben wird.

Eine 2026 veröffentlichte Studie untersuchte genau diese Gelenkkinematik und die sogenannte intersegmentale Koordination beim Underwater Undulatory Swimming.

Eine Welle statt einzelner Gelenke

[bild id="XX"]

Der interessante Gedanke dahinter: Ein effizienter Delfinkick ist keine isolierte Kniebewegung. Er ist eine fortlaufende Wellenbewegung, bei der mehrere Körpersegmente zeitlich aufeinander abgestimmt werden müssen.

Je besser diese Kopplung funktioniert, desto eher kann eine Bewegung nach hinten durch den Körper laufen, ohne dass unnötige Widerstandsflächen entstehen. Unterschiede zwischen Leistungsniveaus lassen sich deshalb nicht nur an der Kickfrequenz oder an einem einzelnen Gelenkwinkel festmachen.

Warum „mehr Knie“ oft die falsche Anweisung ist

In der Praxis wird Unterwassertechnik häufig über einzelne sichtbare Fehler korrigiert: Knie zu stark gebeugt, Füße zu tief, Hüfte zu steif. Solche Hinweise können sinnvoll sein, greifen aber zu kurz, wenn das eigentliche Problem in der zeitlichen Abstimmung liegt.

Videoaufnahmen von der Seite sind deshalb besonders wertvoll. Trainer können beobachten, wo die Wellenbewegung beginnt, wie sie durch den Körper läuft und ob einzelne Segmente zu früh oder zu spät reagieren.

Unterwasserarbeit wird messbarer

Die Studie liefert kein simples Rezept für den perfekten Delfinkick. Sie zeigt vielmehr, dass die Qualität der Bewegung als Koordinationsproblem betrachtet werden sollte.

Für die Trainingspraxis bedeutet das: Nicht nur Kickzahl und 15-Meter-Zeit messen. Auch die Struktur der Bewegung anschauen. Zwei Schwimmer können dieselbe Unterwasserzeit erreichen – aber mit völlig unterschiedlicher Effizienz und damit unterschiedlichen Reserven.

Nicht nur die 15-Meter-Zeit zählen

Zusätzlich zur reinen Unterwasserzeit kann es sinnvoll sein, die Geschwindigkeit direkt nach dem Auftauchen zu beobachten. Ein spektakulärer Delfinkick bringt wenig, wenn der erste freie Schwimmzyklus anschließend kollabiert. Gute Unterwassertechnik muss Geschwindigkeit erzeugen und gleichzeitig einen sauberen Übergang ermöglichen.

FACHLICHE QUELLE
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41297385/