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Atemmuskeltraining: Stärkere Atmung, aber kein Wundermittel für den Sprint

Eine Meta-Analyse mit 14 Studien untersucht, was inspiratorisches und expiratorisches Atemmuskeltraining bei Wettkampfschwimmern tatsächlich bringt.

Schwimmen stellt die Atmung vor eine ungewöhnliche Aufgabe: Sie ist an den Bewegungszyklus gebunden, erfolgt gegen Wasserdruck und muss bei hohen Intensitäten in sehr kurzen Zeitfenstern funktionieren.

Eine 2026 veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse untersuchte deshalb Atemmuskeltraining bei Wettkampfschwimmern.

Die Atemmuskulatur lässt sich trainieren

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Die zusammengefassten Studien zeigen, dass gezieltes Atemmuskeltraining die Kraft der Atemmuskulatur verbessern kann. Auch bei aeroben Leistungsparametern fanden sich positive Effekte.

Deutlich weniger eindeutig war der unmittelbare Nutzen für klassische Sprintstrecken. Die Autoren fanden keinen überzeugenden Beleg dafür, dass 50, 100 oder 200 Meter allein durch Atemmuskeltraining automatisch schneller werden.

Zusatztraining braucht einen Zweck

Damit passt Atemmuskeltraining in dieselbe Kategorie wie viele Spezialmethoden: Es kann sinnvoll sein, wenn es ein konkretes Defizit adressiert. Es sollte aber nicht einfach zusätzlich in einen ohnehin vollen Wochenplan gepackt werden.

Für einen Langstreckenschwimmer mit hoher ventilatorischer Belastung kann der Nutzen anders aussehen als für einen 50-Meter-Sprinter, bei dem Start, Maximalkraft und Geschwindigkeit dominieren.

Transfer ist die entscheidende Frage

Trainer sollten daher nicht nur messen, ob ein Athlet an einem Atemtrainer stärker wird. Interessanter ist, ob sich Belastungsgefühl, Atemrhythmus, aerobe Serien oder Wettkampfleistung verändern.

Die Meta-Analyse macht deutlich: Eine physiologische Verbesserung ist noch nicht automatisch eine bessere Endzeit. Erst wenn der Trainingseffekt in die tatsächliche Schwimmleistung übertragen wird, wird aus einer Spezialmethode ein relevantes Werkzeug.

Atemtraining darf Schwimmzeit nicht verdrängen

Zusatzprogramme konkurrieren immer um Zeit und Regeneration. Zehn Minuten Atemmuskeltraining sind nur dann sinnvoll, wenn sie nicht auf Kosten wichtigerer Inhalte gehen. Für die meisten Schwimmer bleibt die zentrale Frage, ob die Methode ein nachgewiesenes individuelles Defizit adressiert oder lediglich den Trainingsplan voller macht.

FACHLICHE QUELLE
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41940023/